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26 Jul 2021

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Hautpflege im Winter: Gut geschützt durch die kalte Jahreszeit
Blog, Wissenswertes

Hautpflege im Winter: Gut geschützt durch die kalte Jahreszeit 

Die Haut umhüllt den Menschen zu seinem Schutz. Doch auch sie muss vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahrt werden. Während die Körperhaut zusätzlich durch eine der Witterung angepasste Bekleidung geschützt ist, bleibt der Gesichtshaut ausschließlich die kosmetische Pflege. Besonders in der kalten Jahreszeit wird unsere Haut strapaziert, Kälte, Wind und Heizung trocknen sie aus.

Die Haut schützt uns unter anderem sowohl vor dem Austrocknen als auch vor körperfremden Stoffen. Zwei Bestandteile der Haut spielen da eine wichtige Rolle, der NMF – der natürliche Feuchthaltefaktor – und der Lipidfilm. Die Basalzellenschicht der Oberhaut besteht überwiegend aus Keratinozyten, die Tochterzellen abspalten, welche bei ihrer Reise an die Hautoberfläche zu den Zellen der schützenden Hornschicht werden. Sie werden im Laufe dieses Verhornungsprozesses kompakt, man spricht vom Zell-Leim-Modell.

Der Zell-Leim besteht im Wesentlichen aus Anteilen des NMF, der sich aus Zuckern, Milchsäure, Harnstoff, Proteinen und deren Abbauprodukten zusammensetzt. Seine Aufgabe besteht darin, das Wasser in den Kanälen des Zell-Kitts im physiologischen Rahmen zu halten. An der Hautoberfläche selbst wird durch Absonderungen der Talgdrüsen ein Schutzfilm, das Sebum, auf der Haut gebildet. Es besteht hauptsächlich aus Ölkomponenten und Wachsen. Das Sebum ist in der Lage, Wasser aufzunehmen. Es befindet sich daher eine natürliche Schicht auf der Haut und eine Komponente in der Haut, die wasserdurchlässig ist und nicht okklusiv wirkt. Funktionieren beide Faktoren, NMF und Sebum, einwandfrei, ist die Haut optimal geschützt.

Der Winter gibt der Haut kalt-warm

Besonders im Winter ist unsere Haut verstärkt äußeren Einflüssen ausgesetzt, die sie austrocknen lassen und den natürlichen Schutzmechanismen arg zusetzen können. Wind und Wetter lösen Feuchtigkeit aus dem NMF und dem Sebum, die Haut trocknet aus. Aber auch Heizung und Umluftanlagen lassen die Raumluft austrocknen, der Haut wird dadurch noch mehr Feuchtigkeit entzogen.

Wird hier nicht gegengesteuert, wird die Haut spröde, mikroskopisch kleine Risse bilden sich, die Schutzfunktion wird beeinträchtigt. Das kann zur Entstehung von Unreinheiten, vorzeitiger Hautalterung, Allergien, Ekzemen und Hauterkrankungen führen. Der Schutz fängt schon bei der täglichen Gesichtsreinigung an.

Es sollte verstärkt darauf geachtet werden, keine tensidhaltigen Produkte zur täglichen Gesichtsreinigung zu verwenden. Tenside lösen den Sebumfilm auf der Haut ab. Es dauert fast einen Tag, bis sich dieser Film mit physiologischen Mitteln wieder regeneriert. Es empfiehlt sich daher, sanfte Reinigungsemulsionen mit rückfettender Wirkung zu verwenden.

Tagespflegen sollten im Winter reichhaltiger sein und mehr Lipidanteile enthalten, von leichten Feuchtigkeitsemulsionen ist abzuraten. Bei extrem niedrigen Temperaturen können reine Moisturizer auf Grund ihres hohen Wassergehaltes auf der Haut gefrieren und bleibende Schäden verursachen.

Um dennoch eine optimale Durchfeuchtung der Haut zu ermöglichen, ist es ratsam unter die Pflege- oder Schutzcreme Wirkstoffkonzentrate aufzutragen. Abends hat die Regeneration Priorität. Hier können ohne Reue Feuchtigkeitscremes und Masken aufgetragen werden, damit die Haut sich nachts optimal regenerieren kann. Legen wir uns somit neben der adäquaten Wintergarderobe die richtige Pflege zum Schutz unserer Haut zu, lässt sich der Winter im Freien, bei der Arbeit und zu Hause gut überstehen. So kann man auch die schönen Seiten der kalten Jahreszeit in vollen Zügen genießen.

Dieser Artikel ist mein Gastbeitrag, der in der Apotherkerfachzeitung Pharmaceutical Tribune erschienen ist.

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