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24 Okt 2021

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Cellulite: Apfelpopo oder Orangenhaut?
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Cellulite: Apfelpopo oder Orangenhaut? 


Cellulite ist kein gesundheitliches Problem, sondern eine genetische Grundvoraussetzung der weiblichen Konstitution. Allerdings stellt sie in der modernen Zeit einen natürlichen „Schönheitsfehler“ dar, der jedoch mit gesundem Lebenswandel verzögert werden kann. Auch Kosmetik und Medizin bieten dazu Alternativen.

Bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts galt das Erscheinungsbild der Cellulite nicht als ästhetisches Problem. Erst die Werbung pflanzte es in unseren Köpfen ein, als eine Kampagne eines französischen Kosmetikkonzerns auf die Hautdellen aufmerksam machte.

Cellulite – eine biologische Notwendigkeit

Tatsache ist, dass jede Frau Cellulite hat und, bis zu einem bestimmten Stadium, aus guten Gründen auch haben sollte. Unter Cellulite versteht man aufgequaddelte Fettzellen, die sich von der Subkutis ins Corium gewölbt haben und in denen Stoffwechselschlackstoffe abgelagert sind. Auf Grund mangelnder Muskelpumpentätigkeit wurden diese nicht über die Lymphkanäle abtransportiert.

Natürlich entsteht mangelnde Muskelpumpentätigkeit durch wenig Bewegung oder wenn dem Muskel durch schlaffes Bindegewebe der Gegendruck fehlt. Aber eine der Ursachen für Bindegewebsschwäche, neben Genetik und Lebenswandel, liegt in den weiblichen Geschlechtshormonen, die für die Dehnbarkeit des weiblichen Bindegewebes sorgen, was Schwangerschaften erst möglich macht.

Fettdepots an Hüfte, Po und Oberschenkeln dienen dem weiblichen Geschlecht seit Urzeiten als Energiereserven für Schwangerschaft und Stillzeit. Unter den heutigen Lebensbedingungen hat es der Körper nicht mehr nötig, sich Reserven anzulegen, und so hat sich auch das Schönheitsideal gewandelt.

Ein modernes ästhetisches Problem

Cellulite ist also ein modernes kosmetisches Problem, eine bei Frauen hormonell bedingte Bindegewebsschwäche. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass Umwelteinflüsse, künstliche Hormone in Wasser und Nahrung, falsche Ernährung und Bewegungsmangel heute mehr denn je unseren Körper belasten und zusätzliche Vorsorge notwendig machen. Doch moderne Kosmetik und Medizin machen es möglich, sich nicht nur ein gesundes, sondern auch ein glattes und schönes Hautbild zu erhalten. Das Erscheinungsbild der Cellulite wird im Allgemeinen in vier Stadien eingeteilt:

  • Stadium 0: Po und Oberschenkel sind glatt. Kneift man die Haut zusammen, sind keine Dellen erkennbar. Dieses Stadium ist typisch für Teenager und sehr schlanke Frauen.
  • Stadium 1: Das Hautrelief ist glatt. Beim Kneiftest zeigen sich aber Dellen – bei erwachsenen Frauen ein normales geschlechtsspezifisches Merkmal.
  • Stadium 2: Im Liegen ist die Haut glatt, im Stehen zeigen sich Dellen. Das betrifft häufig Frauen ab dem 35. Lebensjahr.
  • Stadium 3: Dellen sind im Stehen und Liegen sichtbar, meist bei Frauen nach der Menopause. Erst ab diesem Stadium kann Cellulite tatsächlich zu gesundheitlichen Problemen führen oder von Krankheit gesprochen werden. Die Bindegewebsschwäche ist dann so weit fortgeschritten, dass Varizen, Krampfadern und in schweren Fällen auch Ödeme entstehen können.

Tipps & Tricks

Was tun gegen Cellulite? Plastische Chirurgie und Kosmetik bieten eine Vielzahl von Behandlungen und Produkten, um den unschönen Dellen auf Po und Schenkeln den Kampf anzusagen. Hier eine Auswahl der effizientesten kosmetischen Methoden.

  • Lymphdrainage: Der Abtransport von Schlackstoffen wird durch sanfte Streichgriffe unterstützt.
  • Body Wrapping: Durch eine Kombination von Aromatherapie und Kompressionsbandagierung wird der Fettstoffwechsel aktiviert und der Lymphfluss angeregt.
  • Apparative Methoden:
    Mechanische Lymphdrainage: Diese Methode imitiert die manuelle Lymphdrainage. Am Körper angebrachte Manschetten füllen sich mit Druckluft und aktivieren den Lymphfluss.
    Reizstrom-Behandlung oder passive Gymnastik: Durch computergesteuerte Reizstromgeräte werden einzelne Muskeln präzise an- und entspannt. Die Haut wird durch den so verbesserten Muskeltonus gestrafft.
    Vakuumbehandlung: Die Vakuum- oder Saugpumpenmassage ist eine Kombination aus Schröpfen und Massage. Mit Hilfe von Unterdruck wird das Gewebe entlympht, entschlackt, mit Sauerstoff versorgt und gestrafft.

Heimbehandlung – Nachbehandlung und Pflege

Gerade in der Cellulitetherapie ist die Heimbehandlung von großer Bedeutung. Hierfür gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Massagen: Tägliche Wechselduschen und Massagen mit Sisalhandschuhen – immer mit sanftem Druck herzwärts – sind der erste Schritt.
  • Peelings: Tiefenreinigende Peelings glätten die Hautoberfläche und bereiten sie optimal auf die weitere Pflege vor.
  • Anti-Cellulite-Präparate: Sie sollten zumeist leicht einmassiert werden. Die in ihnen enthaltenen Wirkstoffe wie Meersalze, Algen, Koffeine und andere Pflanzenstoffe unterstützen den Lymphfluss, aktivieren die Fettverbrennung und straffen die Haut.

Dieser Artikel ist mein Gastbeitrag, der in der Apotherkerfachzeitung Pharmaceutical Tribune erschienen ist.

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